1958 - welo-solex

 

der unggle hans het e solex gha. 
e settige möchti ou mou ha.
im winter het er dä zerleit,
dass er im früehlig wider geit.

 

der welo kurt hätt en auti schwarte.
dere müesst me chly mit gfüöu ufwarte.
de chönnts es super töffli gäh.
wenn me sech chly zyt würd näh.
so wird i mit em kurt de einig.
dä chouf syg guet, isch är der meinig.
jetz mach is wi der unggle hans.
ihre wuche isch dä töff nümm ganz.
im eschtrig am bode si hundert sache,
und die sötti jetz i d'ornig mache.
was em unggle immer glingt,
verlisst bi mir no rächt der gring.
die huufe teili, i bi perplex.
das bruuchts aus i mim solex?
nach wuche chani das züüg plaziere.
jetz sött dä renner wider marschiere.
i ha aber äuä fautsch montiert.
das motöörli het gäng pousiert.
dä eerger mit däm schtueu setzt zue.
bis i de säge: «jetz isch gnue!
im aute yse wirdsch deponiert,
so si d'närve nümm strapaziert.»

Auch Leser Kuno Germann verbindet mit dem Solex viele Erinnerungen. Aufgewachsen in Welschenrohr, absolvierte er zwischen 1966 und 1968 eine KV-Lehre «vor» dem Berg. Nach 19.00 Uhr seien ab Gänsbrunnen jeweils keine Postautos mehr gefahren. Für KV-Abendkurse in Solothurn konnte er deshalb nur zu Fuss oder per Autostopp nach Welschenrohr gelangen. Doch bald verschaffte ein Solex Abhilfe, wie er in seinem Online-Kommentar schreibt:

«Von meinem kargen Lehrlingslohn sparte ich mir dann das Geld für ein Solex zusammen (es war ein S3800 oder so ähnlich, mit rotem Band oberhalb des Zylinders). So entfiel dank dem Solex der nächtliche Marsch von Gänsbrunenn nach Welschenrohr. Und in der Freizeit war es damit auch einfacher, die auswärtigen jungen Fräuleins zu besuchen. Schon rasch frisierte ich das Ding und es ging nicht lange, bis meine Mutter mit dem schnellen Chlapf in Balsthal von der Polizei erwischt wurde. Jedenfalls habe ich mit meinem Solex damals einiges an pannenlfreien Kilometern abgespult. Soweit ich weiss, hat mein Bruder meinen Solex vor wenigen Jahren verkauft.»

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